Salz in hölzerner Schale mit Holzlöffel

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Welche Rolle spielt der Salzkonsum bei der Gewichtsabnahme?

Wissenschaftliche Unterstützung: Theresa Kössler

Fakt ist: Salz spielt eine Rolle bei der Behandlung von Bluthochdruck. Hat es jedoch auch eine Bedeutung für die Gewichtsabnahme, wie manche Hinweise vermuten lassen? Eine Reduktion des Salzkonsums kann bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck zu einer Verminderung von Durst, der Urinmenge und des Blutdrucks führen. Der verringerte Salzverbrauch hat aber keinen Einfluss auf den Energiebedarf des Körpers, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie nun zeigte.

Wer unter Bluthochdruck (Hypertonie) leidet, dem wird empfohlen die Salzmenge in der Ernährung zu reduzieren. Die Annahme, dass Salz, genauer gesagt Natrium, ein Bestandteil von Kochsalz, den Blutdruck in die Höhe schnellen lässt, beruht unter anderem darauf, dass Salz Wasser anzieht und den Durst erhöht. Dadurch steigen das Blutvolumen und in der Folge der Blutdruck.

Neuere Studien stellten jedoch noch eine andere Theorie auf: Sie vermuten, dass Salz offenbar die Fettverbrennung anregen könnte, indem es die Ausschüttung eines bestimmten Hormons steigert. 

Eine aktuelle Studie aus den USA bringt nun Licht ins Dunkel und widerlegt diese Auffassung. Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden erneut die Daten einer großangelegten Studie und untersuchten die Auswirkungen von 3 verschiedenen Stufen der Salzaufnahme (niedrig, mittel, hoch) auf den Blutdruck.

Eine Gruppe folgte dabei der DASH (Dietary Approches to Stop Hypertension)-Ernährungsstrategie, die zu einer gesünderen Ernährungsweise führen soll. Dabei werden mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und fettarme Lebensmittel gegessen. Gesättigte Fette, salz- und zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel werden reduziert. Die Kontrollgruppe erhielt eine an ihre herkömmliche Ernährungsweise angepasste Diät, wobei die Gesamtenergieaufnahme in beiden Gruppen an das Körpergewicht angepasst wurde.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Gruppen durchliefen dabei die 3 Stufen der Salzaufnahme (niedrig, mittel, hoch). Gemessen wurde die Energieaufnahme, das Körpergewicht, das selbstberichtete Durstverhalten und das 24-Stunden-Urinvolumen der Teilnehmenden.

Salz ohne Einfluss auf den Energiebedarf

Es zeigte sich: Bei Teilnehmenden in der Kontrollgruppe gingen Durst, Urinvolumen und Blutdruck zurück, wenn sie den Natriumverbrauch reduzierten. Ferner stellte das Forschungsteam fest, dass die Natriumaufnahme keinen Einfluss auf den Energiebedarf des Körpers hat und damit nicht zu einem Gewichtsverlust beiträgt.

Die Forschenden halten fest, dass eine niedrige Natriumzufuhr für die Behandlung von Bluthochdruckdruck auch weiterhin zu empfehlen ist. Als Nächstes sollen unter anderem die Auswirkungen von Natrium bei Erwachsenen mit Diabetes genauer untersucht werden.

 

Quelle:
Juraschek, S. P. et al.: Effects of Sodium Reduction on Energy, Metabolism, Weight, Thirst, and Urine Volume: Results From the DASH (Dietary Approaches to Stop Hypertension)-Sodium Trial. In: Hypertension, 2020