Was er­höht das Ri­si­ko für Dia­be­tes Typ 2?

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Theresia Sarabhai

Typ-2-Diabetes entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schleichend. Betroffene spüren anfangs oft keine Anzeichen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen intensiv, welche Faktoren wie und warum genau zu einem Typ-2-Diabetes führen.

Die­se Fak­to­ren kön­nen zu ei­nem Typ-2-Dia­be­tes füh­ren:

 

Eine Reihe von Faktoren begünstigt das Auftreten eines Typ-2-Diabetes:

  • Häufiges Vorkommen von Typ-2-Diabetes in der Familie
  • Höheres Alter
  • Übergewicht, erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfette (zum Beispiel Cholesterin)
  • Ungesunder Lebensstil:
    • Rauchen
    • Bewegungsmangel
    • Ballaststoffarme und / oder fettreiche Ernährung
  • Diabetes in der Schwangerschaft
  • Medikamente, die den Zuckerstoffwechsel beeinflussen (zum Beispiel Kortison als Tabletten)
  • Andere hormonelle Erkrankungen (zum Beispiel ein Polyzystisches Ovarialsyndrom)

 

.diabinfo Podcast Folge 3: Diabetes-Risiko senken (Prof. Dr. An­dre­as Frit­sche)

Schon lange bevor die Krankheit Typ-2-Diabetes ausbricht, leiden Menschen an einer Vorstufe, dem sogenannten Prädiabetes. Bei einem Prädiabetes sind die Blutzuckerwerte bereits erhöht. Die Werte sind jedoch noch nicht so hoch, dass Fachleute von einem Diabetes sprechen.

Weil die Blutzuckerwerte bereits höher sind als bei Stoffwechsel-gesunden Menschen, haben Menschen mit Prädiabetes ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Mit Lebensstiländerungen wie mehr Bewegung und Gewichtsabnahme können sie dieses Risiko wieder senken.

Gut zu wis­sen:

Die Vorstufe von Typ-2-Diabetes wird Prädiabetes genannt.

Noch bevor Menschen einen Prädiabetes oder einen Typ-2-Diabetes bekommen, entwickeln sie bereits eine Insulinresistenz. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen – vor allem in Muskeln, Leber und Fettgewebe – nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin. Wenn Nahrung verdaut wird und der Blutzucker ansteigt, öffnet Insulin normalerweise die Türen der Zellen. Der Zucker wird dann in die Zellen transportiert und spendet wichtige Energie; beispielsweise dient er Muskelzellen als „Treibstoff“ für Bewegung. Bei einer Insulinresistenz kann der Zucker nicht mehr effektiv aus dem Blut in die Körperzellen transportiert werden.

Zeitlicher Verlauf

Zwischen dem Auftreten einer Insulinresistenz und der Entwicklung hoher Blutzuckerspiegel liegt oft ein zeitlicher Abstand von mehreren Jahren bis Jahrzehnten. Betroffene merken in dieser Zeit häufig nicht, dass sich ihr Stoffwechsel verändert.

Welches Risiko birgt eine Insulinresistenz?

Eine Insulinresistenz erhöht neben dem Risiko für Typ-2-Diabetes auch die Risiken für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Liegen diese Erkrankungen bei Betroffenen gleichzeitig vor, bezeichnen Fachleute dies als „Metabolisches Syndrom“.

Mehr Informationen über das Metabolische Syndrom erhalten Sie hier!

Quellen:

American Diabetes Association: Standards of medical care in diabetes – 2019. In: Diabetes Care, 2019, 42: S1-S193
Bundesärztekammer (BÄK) et al.: Therapie des Typ-2-Diabetes. Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie. 1. Auflage. Version 1. 2015
Bundesärztekammer (BÄK) et al.: Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes. 1. Auflage. Version 4. Gültigkeit abgelaufen. In Überprüfung. 2013
Hanefeld, M. et al.: Metabolisches Syndrom und Insulinresistenz. In: Der Gastroenterologe, 2017, 12: 300-304
International Diabetes Federation: The IDF consensus worldwide definition of the metabolic syndrome. 2006
Landgraf, R. et al.: Therapie des Typ-2-Diabetes – Praxisempfehlungen der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). In: Diabetol Stoffwechs, 2018, 13: S144-S165
McCracken, E. et al.: Pathophysiology of the metabolic syndrome. In: Clin Dermatol, 2018, 36: 14-20
Stand: 14.11.2019